Glossar
Jahresarbeitszeitkonto
Beim Jahresarbeitszeitkonto wird die vereinbarte Arbeitszeit aufs Jahr verteilt: Saisonspitzen und Flauten gleichen sich bei gleichbleibendem Monatsentgelt aus.
Das Jahresarbeitszeitkonto verteilt die vertragliche Arbeitszeit flexibel über zwölf Monate: In auftragsstarken Phasen wird mehr gearbeitet, in schwachen weniger – das Monatsentgelt bleibt konstant (verstetigtes Entgelt). Zum Ende des Ausgleichszeitraums soll der Saldo ausgeglichen sein; Regelungen definieren, was mit Restsalden geschieht.
Das Modell eignet sich für Branchen mit planbarer Saisonalität: Bau und Ausbau, Landschaftsbau, Tourismus, Landwirtschaft, aber auch Produktion mit Nachfragezyklen. Es reduziert Überstundenzuschläge und Kurzarbeit gleichermaßen, verlangt aber saubere vertragliche Grundlagen (Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung) und Schutzregeln gegen einseitige Flexibilisierung zulasten der Beschäftigten.
Zu beachten ist der Insolvenzschutz: Guthaben auf Arbeitszeitkonten sind Entgeltansprüche; ab bestimmten Größenordnungen greifen die Wertguthaben-Regeln des SGB IV inklusive Insolvenzsicherungspflicht. Zeitwirtschaftssysteme führen Jahreskonten automatisch und zeigen den Zielpfad zum Ausgleichsstichtag.
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